Manuela Ripa, Europa-Abgeordnete der Ökologisch-Demokratischen Partei (ÖDP)

Mehr Schutz für unsere Haustiere!

Riesenerfolg in Brüssel und Straßburg: Zum ersten Mal wird es in der EU europaweite Schutzstandards für Katzen und Hunde geben. Sie verringern das Tierleid und helfen im Kampf gegen den illegalen Welpenhandel, der zu einem Milliardengeschäft geworden ist.

Umweltausschusses ENVI im Europaparlament habe ich vehement für dieses Gesetz gekämpft.

→  Link zum AGRI-Bericht

→  Link zum ENVI-Bericht

Manuela Ripa (ÖDP)
EU-Abgeordnete & Juristin
www.manuela-ripa.eu

Das bringt das neue Gesetz:

Starke europaweite Schutzstandards für Katzen & Hunde!

Die neue Verordnung

• verpflichtet Züchter und Händler, die Tiere unter guten Bedingungen zu halten (frisches Trinkwasser, hochwertiges Futter, genug Auslauf, Schutz vor Hitze und Kälte, ein geeigneter Schlafplatz, Hygiene, medizinische Versorgung usw.) Auch Tierheime müssen diese Standards einhalten

• verbietet unnötige Verstümmelungen wie etwa das Kupieren der Ohren und des Schwanzes oder das Entfernen der Krallen

• verbietet schmerzhafte Praktiken wie etwa den Einsatz von Stachelhalsbändern oder Würgehalsbändern ohne Sicherheitsmechanismus, Stromschläge, das Treten oder Schlagen der Tiere…

Chip-Pflicht in allen Ländern!

Ein passiver Mikrochip ist so groß wie ein Reiskorn und stört das Tier nicht. Er bringt aber etliche Vorteile:

• Verloren gegangene Tiere gelangen schneller zu ihrem Halter zurück, was Tierheime und Kommunen entlastet.

• Die Hemmschwelle, ein Tier einfach auszusetzen, steigt.

• Wechselt ein Tier einmal oder mehrmals den Besitzer, lässt sich der Weg lückenlos nachvollziehen – ein wertvoller Vorteil im Kampf gegen illegalen Tierhandel und ansteckende Krankheiten!

Schon heute haben viele Länder/Regionen/Kommunen in Europa eine Chip-Pflicht für Hunde oder auch Katzen. Die neue EU-Verordnung schließt die Lücken. In spätestens 10 Jahren müssen alle privat gehaltenen Hunde, in 15 Jahren alle privat gehaltenen Katzen in der EU gechippt sein.

Für Züchter und Händler, die Tiere auf den Markt bringen, gilt eine deutlich kürzere Frist: Hier greift die Chip-Pflicht in 4 Jahren. Hunde und Katzen, die aus einem Drittland in die EU kommen, müssen ebenfalls gechippt sein.

Registrierungs-Pflicht für alle Hunde und Katzen!

Der Chip alleine ist nur die halbe Miete: Damit das System funktioniert, braucht es auch die Registrierung des Tiers in einer Datenbank. Nur so können wichtige Informationen über seine Zugehörigkeit und Herkunft abgerufen und ausgetauscht werden.

Die neue EU-Verordnung sieht ein europäisches Netzwerk von miteinander verknüpften nationalen Datenbanken vor. Manche Länder besitzen bereits gut funktionierende Datenbanken – diese werden in das System integriert.

Mehr Transparenz im Online-Handel!

60 Prozent aller Tierkäufe finden mittlerweile im Internet statt. Bisher gibt es hier noch große Grauzonen, die dem illegalen grenzüberschreitenden Welpenhandel in die Hände spielen. Die neue EU-Verordnung will zwielichtigen Händlern das Leben schwerer machen.

Tiere, die über das Internet zum Kauf oder zur Abgabe angeboten werden – auch von privat zu privat – müssen künftig grundsätzlich gechippt und registriert sein. Der Kauf- Interessent muss die Herkunftsangaben einsehen können. Diese Pflicht greift in 4 Jahren.

Schärfere Qualzucht-Verbote!

Atemnot, Augenprobleme, Zahnfehlstellungen – extreme Zuchtmerkmale wie etwa sehr kurze Köpfe können bei Tieren schweres Leid hervorrufen. Künftig ist es verboten, Tiere mit extremen Zuchtmerkmalen für die Zucht zu verwenden, wenn ein „hohes Risiko“ für Leid besteht. Bis 2030 soll die EU- Kommission gemeinsam mit Experten genaue Definitionen erarbeiten, welche Zuchtmerkmale als extrem gelten. Im Zweifelsfall muss der Züchter zudem einen Tierarzt heranziehen.

Untersagt sind auch die Inzucht sowie die Zucht von Hybriden (Kreuzungen zwischen Haus- und Wildtieren) – letztere sind oftmals als Haustiere nicht geeignet.

Doku Qualzucht

Dafür setze ich mich weiter ein

Kürzere Übergangsfristen für das Chippen und Registrieren!

Das neue EU-Gesetz erlaubt den Mitgliedstaaten, ehrgeizigere nationale Regeln zu erlassen, sollten sie dies für nötig halten (auch dies ist übrigens ein Sieg unseres Umweltausschusses!).

Für das Chippen und Registrieren sind auf EU-Ebene Fristen von 10 Jahren (Hunde) und 15 Jahren (Katzen) vorgesehen. Ich bin der Ansicht, dass in Deutschland die allgemeine Chip- und Registrierungspflicht viel früher kommen muss! Deutschland muss hier vorangehen.

Kein Verkauf von Hunden und Katzen in Zoogeschäften!

Die Hälfte aller EU-Länder verbietet den Verkauf von Hunden und Katzen in Zoohandlungen bereits. Aus gutem Grund: Da kleine Tierbabys sich gut verkaufen, besteht z. B. die Gefahr, dass Tiere in viel zu jungem Alter von ihren Müttern getrennt werden.

Außerdem gibt es häufig zu wenig Platz für sie in den Läden. Impulskäufe haben oft negative Folgen. Wer einen Hund oder eine Katze möchte, sollte sich das gut überlegen und sich an einen anerkannten Züchter oder ein Tierheim wenden.

Mehr Unterstützung für Tierheime!

Die neue EU-Verordnung befürwortet eine angemessene Finanzierung für Tierheime. Da sie aber keine Budget-Verordnung ist, kann sie selbst keine Zuschüsse bestimmen, sondern nur einen entsprechenden Appell an die EU- Staaten richten.

Wir als ÖDP setzen uns in Deutschland auf nationaler, regionaler und kommunaler Ebene ein, dass Tierheime mehr Unterstützung bekommen!

Eine Positivliste für Haustiere!

Über eine solche Liste wird in der EU schon seit längerem ernsthaft diskutiert. Würde sie eingeführt, könnten nur noch Tiere als Haustiere verkauft werden, die als solche geeignet sind und daher in die Liste aufgenommen wurden.

Das bezieht sich auf „klassische“ Haustiere wie Katzen oder Kaninchen ebenso wie auf exotische Wildtiere aus anderen Weltregionen. Eine solche Maßnahme würde Tierleid verringern, Gesundheitsrisiken mindern sowie die Biodiversität inner- und außerhalb Europas schützen.